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Ceija Stoika

„Ich habe Angst, Auschwitz könnte nur schlafen“.
Antirassismus-ZeitzeugInnenworkshop mit Ceija Stojka
Am 30. Oktober 2009 hatten die Klassen 5A und 8C (Begleitung ...

 

„Ich habe Angst, Auschwitz könnte nur schlafen“
Antirassismus-ZeitzeugInnenworkshop mit Ceija Stojka

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Am 30.10.2009 besuchten die 5A und die 8C mit Frau Prof. Warmuth und Frau Prof. Kohout den Antirassismus-Workshop „Ich habe Angst, Auschwitz könnte nur schlafen“ mit Ceija Stojka, einer mittlerweile 76-jährigen Roma, die den Holocaust in drei verschiedenen KZs überlebte und die heutige Jugend über den wahrscheinlich grausamsten Abschnitt der Geschichte aufklärt.

Zunächst wurden wir im Amerlinghaus im 6. Bezirk herzlich begrüßt und bekamen ein paar allgemeine Fakten erklärt, bis Frau Stojka schließlich begann, uns von ihrem Leben zu erzählen:

Sie wurde 1933 in der Steiermark als Lovara-Roma geboren und zog mit ihrer Familie kurz vor Kriegsbeginn nach Wien in den 16. Bezirk. Als Ceija in die Schule ging, wurde sie bereits von den Kindern der Hitlerjugend und des Bundes Deutscher Mädel beschimpft und geschlagen, bis sie eines Tages von der Schule verwiesen wurde, da damals für „Zigeuner“ ja auch Berufs- und Schulverbote wie für Juden und andere „Untermenschen“ galten.

Wenig später wurde Ceijas Vater ins KZ Dachau gebracht und dort umgebracht, schließlich die ganze Familie von der GESTAPO aufgespürt und vorerst mit tausenden anderen Deportierten in einen verhältnismäßig winzigen, fensterlosen Raum gesperrt, bis sie kurz danach unter noch unmenschlicheren Bedingungen ins KZ Auschwitz gebracht wurden. Dort muss Ceija eine so schreckliche Zeit durchlebt haben, dass wir Zuhörer es kaum fassen konnten, wie eine Gräueltat der anderen folgte und von der jeweils folgenden Geschichte an Grausamkeit noch um ein Vielfaches überboten wurde.

Nach ein paar Jahren wurden Ceija, ihre Mutter und ihre Schwester ins KZ Ravensbrück gebracht, später – kurz vor Kriegsende – noch ins Konzentrationslager Bergen-Belsen überstellt,  wo die drei überlebenden Mitglieder der ursprünglich aus acht Personen bestehenden Familie endlich von den Alliierten befreit wurden.

Nach dem Vortrag bekamen wir die Möglichkeit, unsere momentanen Gedanken entweder aufzuzeichnen oder aufzuschreiben. Ich war allgemein etwas traurig gestimmt: Einerseits natürlich aufgrund der düsteren Lebensgeschichte von Ceija Stojka, die auf mich wirkte, als herrschte jeden Tag in Ceijas Leben schlechtes Wetter, andererseits, weil – unmittelbar nachdem ich all diese schrecklichen Dinge gehört hatte – ich es einfach nicht glauben konnte, dass es tatsächlich so törichte und dumme Menschen gibt, die heute den Holocaust leugnen. All diesen Menschen lege ich sehr ans Herz, sich einen Vortrag dieser Art anzuhören.

Meiner Meinung nach kann sich jeder Mensch glücklich schätzen, der die Möglichkeit, einen solchen Vortrag zu hören, genutzt hat und nun weiß, wie wichtig Zeitzeugen sind, um an Fehler der Vergangenheit zu erinnern, denn – um George Santayana zu zitieren: „Wer sich an die Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“

Thomas Buocz, 5A

In der Bildergalerie finden Sie weitere Fotos!
Bitte übersehen Sie nicht die Seite 2 des Berichtes!

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