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workshop05 Am 21. September 2012 trafen wir im Rahmen des Deutsch-Unterrichts die Zeitzeugin Ruth Weiss. Voller Erwartung...

Besuch bei der Zeitzeugin Ruth Weiss

Am 21. September 2012 trafen wir im Rahmen des Deutsch-Unterrichts die Zeitzeugin Ruth Weiss. Voller Erwartung warteten wir im „Haus Exil“ im 7. Wiener Gemeindebezirk auf sie.

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Als Frau Weiss den Raum betrat, waren wir alle sehr überrascht, da sie ihre Haare kurz und grün gefärbt trug. Im Laufe des Gesprächs erfuhren wir, warum sie sich die Haare färben hatte lassen. Sie traf einmal einen Mann, der grün gefärbte Haare hatte. Als sie ihn darauf ansprach, meinte er, dass er sie sich gefärbt habe, um jeden, der ihn deswegen ansprach, antworten zu können, dass es für den Weltfrieden war. Er imponierte ihr so sehr, dass sie sich auch die Haare grün färben ließ.
Ruth Weiss begann das Treffen mit einer ihrer Beat- Poetry Performances (Poesie, die  von Trommeln begleitet wird). Anschließend berichtete sie teilwiese auf Deutsch, teilweise auf Englisch von ihrer Flucht vor dem Nationalsozialismus, die sie zuerst von Berlin nach Wien und anschließend von Wien nach New York führte. Sie erzählte viel von ihren neuen Erfahrungen in Amerika, wo sie heute noch lebt. Besonders berührt hat mich eine ihrer Geschichten, in der sie eine ihrer Freundinnen aus Wien in Amerika zufällig wiedertraf.
Ihr Satz „The guilt of having survived“ hinterließ bei uns allen einen tiefen Eindruck, da er wirklich ans Herz ging und ihre Gefühle sehr gut widerspiegelte. Sie erläuterte weiter, dass sie noch immer, und mittlerweile ist sie 84 Jahre alt, jeden Tag an alle denkt, die nicht wie sie überlebten.
In einem Round-table-Workshop sollten wir anschließend unsere Eindrücke verarbeiten. Im Allgemeinen war es wieder faszinierend und interessant eine Zeitzeugin zu treffen und die Chance zu haben, mit ihr zu sprechen und ihr Fragen zu stellen. Vielen Dank an Frau Professor Schneider, die uns dieses Treffen ermöglicht hat!
Johanna Varga 6c

 

Eindrücke vom Workshop:

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