"BILDER EINER AUSSTELLUNG" - Von Mussorgski zu Kandinsky

Fächerübergreifendes Projekt Musik/Bildnerische Erziehung

Klasse 5C, Mag. Irene Dworschak und Mag. Loki Steiner

Im Musikunterricht ging es zunächst darum, den Komponisten Modest Mussorgski und sein Werk kennen zu lernen: die Kindheit eines russischen Gutsbesitzers, die Jugend in der Kadettenschule, der Klavierunterricht – alles von westlichen Werten und Idealen geprägt. Ein Besuch Moskaus bewegt den 20 Jährigen: „Ich war Weltbürger, jetzt mache ich eine Wiedergeburt durch: Alles Russische tritt mir nah.“ Er zieht nach Moskau, gründet mit Künstlerfreunden das „Mächtige Häuflein“ und komponiert „russische Musik“.

Nach dem Tod des Malers und Architekten Victor Hartmann, einem Freund Mussorgskis, findet 1874 in St. Petersburg eine Gedächtnis-Ausstellung statt. Mussorgski vertont im selben Jahr zehn der gezeigten Exponate als musikalische, programmatische Stimmungsbilder für Klavier. Die einzelnen Stücke benennt er nach Titeln der Zeichnungen und stellt ihnen eine Promenade voran, die noch weitere vier Mal als Zwischenspiel aufgegriffen wird. Die Promenade repräsentiert dabei Mussorgski selbst, wie er durch die Ausstellung von Bild zu Bild geht. Berühmt wird das Werk erst etwa 50 Jahre später durch die Orchesterfassung von Maurice Ravel.

Mit der Abschaffung der Leibeigenschaft ist das unbeschwerte Leben Mussorgskis beendet: er muss als Beamter arbeiten, die Lebensumstände verschlechtern sich und schlussendlich stirbt er mit 42 Jahren an den Folgen seiner Trunksucht.

Welche Merkmale hat „russischer Musik“? In der musikalischen Analyse von drei Stücken lernten die SchülerInnen dies kennen und benennen: die unregelmäßigen Takte, die fallende Quart, das Call-Response Prinzip, die „Wiederverwendung“ russischer Folklore.

Parallel zu dieser intensiven Beschäftigung mit Mussorgskis Klavierzyklus im Musikunterricht setzten sie sich die SchülerInnen im Fach Bildnerische Erziehung mit der Kunstrichtung des Realismus sowie den Begründern abstrakter Malerei auseinander.

Im Mittelpunkt stand dabei das Werk von Wassily Kandinsky (1866-1944). In seiner Schrift „Über das Geistige in der Kunst“ aus dem Jahre 1911 untersucht er, getragen von der Vorstellung einer spirituelle Welt, die sich hinter den materiellen Erscheinungen verbirgt, die psychologischen Effekte von Farbe und Form sowie der Ähnlichkeiten zwischen Malerei und Musik. Dabei entwickelt Kandinsky eine eigene Bildsymbolik. Jeder Farbton und jede Form in seinen Werken haben eine bestimmte Bedeutung. Für ihn, so beschreibt er es einmal, sind Farben die Tastatur eines Pianos, das die Seele symbolisiert und durch die Hand des Künstlers zum Klingen gebracht wird.

Die SchülerInnen übernahmen Kandinskys Ansatz und erarbeiteten zu den einzelnen Sätzen des Klavierzyklus eigene synästhetisch-assoziative Bildschöpfungen.

Das Gesamtwerk aus beiden Unterrichten wurde am 14. Juni in einer Ausstellung mit Bildern, Videoinstallation, Hörstationen und Informationsplakaten in Form einer Vernissage eröffnet und allen SchülerInnen zum Besuch freigegeben. Die Ausstellung ist noch bis 27. Juni zu bewundern.

 

 Text von: Mag. Irene Dworschak & Mag. Loki Steiner

 

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Anatol Klein, Tijana Pajic

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Viktoria Stark (Das alte Schloss)

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Leonie Stein (Die Katakomben)

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Elena Werz (Die Hütte der Baba Yaga)

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Franziska Kettner (Der Marktplatz bei Limoges)

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Ioanna Müller (Ballett der Küchlein)

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Israel Tshilumba-Tshamakeji (Der Gnom)

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Magdalena Bammer (Bydlo)

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Linda Giermindl (Ballett der Küchlein)

 

 

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