Lehrausgang des Wahlpflichtgegenstandes PUP+ in den Narrenturm

Am 19. November besuchte das Wahlpflichtfach PUP+ den Narrenturm in Wien. Wir erfuhren viel Interessantes zur Architektur und Geschichte des Gebäudes. Joseph der ll. wollte mit dem Bau des Narrenturms seelisch Kranken eine zeitgemäße Möglichkeit bieten, ihnen zu helfen. Die Idee kam ihm in Frankreich, wo er sah wie dort psychisch Erkrankte einfach weggesperrt und vernachlässigt wurden. Die damals neue Einrichtung zog jedoch auch Schaulustige an, die an der Fassade hochkletterten, um durch die Fenster in die Patientenzellen schauen zu können. Dies machte nach bereits 10 Jahren eine erste Adaptation des Gebäudes notwendig, was noch heute an den zugespachtelten Ritzen zwischen den Fassadenelementen sichtbar ist.
Die Intention hinter der Einrichtung des Narrenturms waren psychisch Kranke nicht einfach als verrückt abzustempeln sondern ihnen helfen, die Krankheit zu heilen. Um 1800 versuchte man, den Patientinnen und Patienten mithilfe damals fortschrittlichen Methoden wie Ruhe, geordnetem Tagesablauf und einfachen therapeutischen Beschäftigungen zu helfen. Gleichzeitig gab es aber auch zu hinterfragende Methoden wie als Beruhigungstechnik etwa das Anketten an Wände, was eher kontrollierend als produktiv war. Viele Mediziner meinten damals, dass Krankheiten aus einer falschen Mischung der vier Körpersäfte entstanden. Man hoffte, dass der Aderlass oder Brechkuren und Einläufe die Säfte wieder ordnen und so ihre Beschwerden lindern würden. Schon bald zeigte sich, dass das gesamte Konzept zu wenig den komplexen Bedürfnissen psychisch erkrankter Menschen entspricht. Deshalb erwies sich der Narrenturm als unbrauchbar.
Heute beherbergt der Narrenturm die pathologisch-anatomische Sammlung des Naturhistorischen Museums, die wir auch noch kurz besuchten.






