Drucken
Hauptkategorie: alt_AKTIS
Kategorie: alt_DIVERSE

Resolution der GRg3 - Lehrer/innen gegen die SchOG-Novelle zur "Neuen Mittelschule"

Resolution der GRg3 - Lehrer/innen gegen die SchOG-Novelle zur "Neuen Mittelschule"

 









Resolution zur Einführung der Neuen Mittelschule in Modellregionen

Die Lehrerinnen und Lehrer am GRG Wien 3, Kundmanngasse 20-22, lehnen den vorliegenden Entwurf zur SCHOG-Novelle mit folgenden Argumenten ab:


- Die „Neue Mittelschule“ ist eine undifferenzierte Gesamtschule und trägt zu einer Nivellierung nach unten bei, keinesfalls zur behaupteten Individualisierung des Unterrichts!

- Bewährte Strukturen wie die AHS-Langform werden durch den vorliegenden Entwurf zerstört. In den Modellregionen wird der gymnasiale Zweig ausradiert – damit wird den Schüler/innen die Chance genommen, vor ihrem 15. Lebensjahr eine zweite Fremdsprache zu erlernen. In Folge ist auch die gymnasiale Oberstufe in den Modellregionen eliminiert.

- Die erfolgreichen Modelle diverser Schwerpunktbildungen an Hauptschulen (z.B. sprachliche, sportliche, musisch-kreative Zweige) werden durch die geplante Neuregelung zunichte gemacht. Statt dessen sollte die HS mit Mitteln für weitere individuelle Fördermaßnahmen ausgestattet werden.

- Das Mitbestimmungsrecht der Eltern, Schüler und Lehrer in Bezug auf die Modellversuche muss gewährleistet bleiben. Es darf nicht über die Köpfe der Betroffenen hinweg entschieden werden, dass eine Schule zur „Neuen Mittelschule“ wird!

- In allen Modellregionen muss es in zumutbarer Entfernung auch AHS-Standorte mit genügend Aufnahmekapazität geben. Erziehungsberechtigte müssen für ihre Kinder im Hinblick auf die Schulart weiterhin die Wahlmöglichkeit haben!



Für die Kolleginnen und Kollegen
Mag. Josef Grießl Mag. Herbert Groß Mag. Helmut Jantschitsch
Mag. Dorothea Primmer Mag. Waltraud Warmuth

Beilage: Vorschläge zu einer optimalen Gestaltung der künftigen
Bildungslandschaft



Vorschläge zu einer optimalen Gestaltung der künftigen Bildungslandschaft:

Aufrechterhaltung und Verbesserung des differenzierten Schulsystems durch deutliche Erhöhung der finanziellen und personellen Ressourcen.

Maßnahmen zur Individualisierung des Unterrichts:


- Klassengröße durchgehend von der 1. bis zur 8. Klasse maximal 25 Schüler/innen

- Teilungszahlen entsprechend senken

- Rücknahme der unter Ministerin Gehrer verfügten Stundenkürzungen

- Stundenpool für Wahlpflicht- und Freigegenstände sowie unverbindliche Übungen deutlich erhöhen. Derzeit sind aus Einsparungsgründen viele Schüler/innen gezwungen, Wahlpflichtgegenstände zu wählen(!), die nicht ihren individuellen Neigungen bzw. Interessen entsprechen.

- Mehr Ressourcen für Förderunterricht

- Aufrechterhaltung und Ausbau der leistungsbezogenen Olympiade- und Wettbewerbskurse im Rahmen der Begabtenförderung

- Reduktion der administrativen Belastung zugunsten der pädagogischen Tätigkeiten

- Einführung des Pflichtgegenstandes „Ethik“ für alle Schüler/innen, die keinen konfessionellen Religionsunterricht besuchen.

- Forcierte sprachliche Förderung zur Erreichung größerer Chancen-gleichheit bereits vor Schuleintritt

- Optimierung der Schullaufbahnberatung am Ende der Volksschule unter Einbeziehung von HS- und AHS- Lehrer/innen.