Wittgenstein und die Kundmanngasse – das große Finale

Am 15.10.18 war es endlich soweit: Im Grillparzerhaus wurde die Ausstellung „Die Tractatus-Odyssee“ eröffnet, zu der wir mit einem Projekt aus dem Philosophieunterricht im vergangenen Schuljahr beitragen durften. Um dies entsprechend zu würdigen, veranstalteten wir vorab ein kleines, feines Event in unserem Schulhaus mit unterschiedlichsten Darbietungen.

Besonders war schon der Beginn des Abends. Anders als sonst, war das Schulhaus über den eigentlich stillgelegten, ehemaligen Eingang der Lehrerbildungsanstalt zu betreten. Durch dieselbe Tür, durch die vor beinahe 100 Jahren Ludwig Wittgenstein täglich zum Unterricht und den Hospitationen ging. Auf sein philosophisches Werk „Tractatus logico-philosophicus“, wies eine Videoinstallation von Mag. Loki Steiner im Eingangsbereich hin.

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Die weitere Veranstaltung zog sich durch mehrere Räume, die wir im Rahmen unseres Projektes zuordnen konnten und in denen Wittgenstein sich aufgehalten haben muss. So fand die Begrüßung in der Pausenhalle (damals ein Innenhof) statt. Anschließend referierte Herr Pierre Stonborough als Großneffe Wittgensteins über seine große, talentierte Familie, insbesondere über Erinnerungen an seine Großmutter, Margaret Stonborough-Wittgenstein.

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In seiner Zeit bei uns, im Rahmen seiner Lehrerausbildung, erlernte Wittgenstein mehrere Instrumente zu spielen, vor allem Violine und Orgel – mit befriedigendem Erfolg, wie sein Zeugnis wiedergibt. Lieber spielte er jedoch Klarinette, wovon unsere vier Klarinettist/innen aus dem Schulorchester eine Kostprobe gaben.

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Im Schulhaus hängen bunte Wittgensteinporträts, die im Zeichenunterricht der 4. und 6. Klassen bei Mag. Anna Peyrer-Heimstätt entstanden. Die Schüler/innen setzten sich dabei mit der Vielseitigkeit der Person Ludwig Wittgenstein und den zahlreichen Berufen, die er ausübte, auseinander.

Durchs Schulhaus geleiteten uns auch diverse Bänder, beschrieben mit Briefen von und an Ludwig Wittgenstein aus dieser Zeit. So hielt er unter anderem Korrespondenz mit Bertrand Russell und Gottlob Frege, zwei Philosophen, dem Lehrer Ludwig Hänsel, der ihm einst den Ausbildungsplatz in der Kundmanngasse vermittelte und seinem Freund Paul Engelmann, mit dem er später gegenüber unserer Schule das Haus für seine Schwester Margaret plante und baute.

Im Rahmen einer Brieflesung durch Schüler/innen der 5A unter Anleitung von Mag. Helene Muhr suchten wir diejenigen Orte auf, die Ludwig Wittgenstein während seiner Ausbildung aufsuchte. Es waren dies der Eingangsbereich, der Chemiesaal (wo der Unterricht für die sogenannten „Lehramtszöglinge“ stattfand), die Lehrerteeküche (damals Direktion der LBA, wo er viele Pausen verbrachte) und der Biophysiksaal im Erdgeschoß (wo sich eine Klasse der Übungsvolksschule befand).

Nach unserer Veranstaltung ging es für die Klarinettist/innen und einige ins Projekt involvierte Schüler/innen und Lehrer/innen gleich weiter ins Grillparzerhaus, wo bei der feierlichen Eröffnung auch unser Beitrag, gemeinsam mit denen internationaler, hochkarätiger Einrichtungen und Universitäten (z.B. aus Cambridge, Bergen, Oxford) gewürdigt wurde.

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Bevor die sehenswerte Ausstellung weiterwandert nach Krakau, Moskau und London, besteht noch bis 30.11.18 die Gelegenheit, sie im Grillparzerhaus in der Johannesgasse 6, 1010 Wien, zu besichtigen.

Nähere Informationen unter http://wittgenstein-initiative.com/ausstellung-die-tractatus-odyssee/

 

 

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